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CarSharing in München – ein Vergleich mit klaren Favoriten

CarSharing in München – ein Vergleich mit klaren Favoriten

Als ich vor knapp vier Jahren an den Königsplatz und damit ins Zentrum von München zog, habe ich mein Auto mit einem Jahresticket der öffentlichen Verkehrsmittel getauscht. Supermarkt: fußläufig. Shopping-Meile: fußläufig. Arbeit: mit dem Rad im Nu zu erreichen. Und trotzdem will man sie: die Mobilität eines Autos auch außerhalb des 2-Kilometer-Radius‘. Also habe ich mich ziemlich schnell für CarSharing entschieden. Damals gab es in München nur Stattauto. Mittlerweile bin ich Mitglied bei allen CarSharing-Anbietern in München und habe klare Favoriten.

Stattauto München: CarSharing an festen Stationen

CarSharing-Anbieter München: Stattauto MünchenVor dem Start von DriveNow und ZebraMobil (dazu gleich mehr) gab es in München nur das CarSharing-Angebot der Deutschen Bahn: Stattauto. Gebunden an feste Stationen, steht dem Mitglied eine Fülle an Fahrzeugen zur Verfügung. Von der Mini-Klasse über Kombis bis hin zum Transporter – für jeden Anlass das passende Auto.

Vorteil: die lästige Parkplatz-Suche entfällt. Insbesondere in den zentralen Stadtteilen von München eine Erleichterung. Die Autos sind nur sehr dezent gebrandet, sodass man durchaus auch einmal zu einem Geschäftstermin fahren kann. Der Zeittarif ist sehr günstig. Es stehen eine Fülle unterschiedlicher Fahrzeuge, Marken und Modelle zur Verfügung.

Nachteil: Der Weg zur nächsten bzw. passenden CarSharing-Station kann schon einmal länger ausfallen. Und nicht jeder möchte 500 Euro als Kaution (bzw. 250 Euro mit MVV-Abo) hinterlegen.

Preise: Neben der Kaution wird eine Anmeldegebühr in Höhe von 25 bis 50 Euro fällig. Die monatliche CarSharing-Gebühr beträgt sieben Euro. Die Zeittarife liegen bei einer einstündigen Automiete zwischen 1,90 Euro und 3,70 Euro. Nachts sind nur 0,50 Euro pro Stunde fällig. Tage- und wochenweise Automieten erhalten günstige Festpreise. Der Kilometertarif liegt zwischen 0,19 Euro und 0,37 Euro pro gefahrenen Kilometer. Weitere Details zu Stattauto München auf www.stattauto-muenchen.de.

Fazit: Die Vielfalt macht’s. Ich greife gerne auf Stattauto München zurück, wenn ich etwas ganz Bestimmtes vorhabe oder länger unterwegs bin – z. B. Wochenend-Großeinkauf, Möbelshopping bei IKEA oder einen Tagesausflug an den See. Für kurze oder spontane Autofahrten gibt es besser Alternativen.

 

Flinkster: CarSharing in München durch Parkraumquartiere

CarSharing-Anbieter München: FlinksterAuch von der Deutschen Bahn, jedoch nicht stationsgebunden, ist Flinkster. Die große Freiheit bei der Parkplatzsuche hat man mit diesem CarSharing-Anbieter aber auch nicht. Anstelle einer festen Station nutzt man Fahrzeuge eines speziellen Parkraumquartiers – beispielsweise der Königsplatz. Das Abholen und Abstellen der Autos ist nur hier möglich. Zur Flotte gehören in München Citroen DS3, Fiat 500 und Mercedes C-Klasse.

Vorteile: Die Auswahl ist ordentlich, die Fahrzeuge fahren sehr gut. Mit der Mercedes C-Klasse wurde auch an Komfort gedacht.

Nachteile: Das Branding der Fahrzeuge ist nicht nur meilenweit sichtbar, sondern auch schlichtweg hässlich.

Preise: Pro Stunde zahlt der Kunde eine Mietgebühr von 2,50 Euro (nachts nur 1,50 Euro) – egal ob Fiat 500 oder Mercedes C-Klasse. Der Kilometertarif beträgt 0,20 Euro.

Fazit: Eine gute Alternative zu Stattauto – insbesondere dann, wenn man keine Kaution hinterlegen möchte. Die entfällt nämlich bei Flinkster. Zudem ist mit den Parkraumquartieren doch etwas mehr Flexibilität beim Abstellen gegeben. Weitere Details zu Flinkster auf www.flinkster.de.

 

ZebraMobil – erstes stationsunabhängige CarSharing in München

Carsharing-Anbieter München: ZebraMobilAnfang 2011 startete ZebraMobil als erster stations- und parkzonenunabhängiger CarSharing-Anbieter in München. In der Flotte ausschließlich Audi A1 und A3. Dem wachsenden CarSharing-Wettbewerb in München – insbesondere durch DriveNow – konnte ZebraMobil nichts entgegen setzen. Im Juli diesen Jahres stellte der CarSharing-Anbieter seinen Betrieb ein. Deshalb auch an dieser Stelle keine weiteren Details zu Pricing oder Vor- und Nachteilen.

 

DriveNow – der König im Müncher CarSharing-Markt

CarSharing-Anbieter München: DriveNowVor zwei Jahren setzte DriveNow mit seinem CarSharing-Angebot in München neue Maßstäbe. Die auffällig beklebten Autos eroberten die Stadt. Mittlerweile zählen x MINIs und BMWs zur Flotte von DriveNow. Sie stehen quasi an jeder Ecke. Für den PS-Verehrer (BMW) stehen ausreichend Autos bereit, genauso wie für die Designbewussten (MINI) und Freiluft-Liebhaber (Cabrios).

Vorteile: Definitiv die Fahrzeuge, die jede Menge Fahrspaß garantieren. Natürlich kann man auch ganz gewöhnlich von A nach B fahren. Mit den sportlichen MINIs oder den komfortablen BMWs macht das Ganze aber gleich viel mehr Spaß. Und das Beste: An fast jeder Ecke ist ein Fahrzeug verfügbar. DriveNow kümmert sich zudem sehr intensiv um die Flotte. Regelmäßig werden neue Modelle eingeflottet (in München ganz neu: ein 1er BMW Cabrio und ein BMW Active E), die Fahrzeuge sind meist gut gepflegt und vollgetankt.

Nachteile: Die Fehleranfälligkeit des Systems hat mich schon einige Nerven gekostet. Mal ließen sich die Fahrzeuge nicht öffnen, mal machte man sich auf dem Weg zum nächsten Auto und stand vor einem leeren Parkplatz.

Preise: DriveNow führt seit einiger Zeit zwei Tarife: den Flexi- und Spar-Tarif.  Beim Flexi-Tarif fallen keine monatlichen oder jährlichen Gebühren an, dafür sin die Minutenpreise höher und je nach Fahrzeug unterschiedlich. Der Spar-Tarif schlägt mit 16 Euro (60 Fahrminuten) bis 120 Euro (500 Fahrminuten) pro 30 Tage zu Buche. Wer also weiß, dass er regelmäßig auf DriveNow zurück greift, fährt mit dem Spar-Tarif günstiger. Wer jedoch so wie ich, flexibel nach Lust und Laune bzw. spontanem Bedarf auf DriveNow zurück greift, sollte beim Spar-Tarif bleiben und mit Stunden-Paketen oder Prepaid Minuten-Paketen arbeiten. Abgerechnet wird nach Fahrminuten (0,31 Euro bis 0,34 Euro pro Minute) und Parkminuten (0,10 Euro pro Minute). Weitere Details zu DriveNow auf www.drive-now.com.

Fazit: DriveNow ist mein Favorit, wenn ich spontan durch München flitze. Für längere Strecken überlege ich es mir lieber zweimal, ob mir der Fahrspaß die doch verhältnismäßig hohen Kosten wert sind.

 

Car2Go: Kleiner geht’s nicht beim Münchner CarSharing

CarSharing-Anbieter München: Car2GoSeit diesem Sommer flitzen nun auch die Smarts von Car2Go durch München. Der CarSharing-Anbieter stellt sich der Konkurrenz zu DriveNow. Mit ausschließlich Smarts in der Flotte, setzt Car2Go auf die Parkplatz-Knappheit in der bayerischen Landeshauptstadt. 300 Fahrzeuge stehen bereits zur Verfügung und damit genauso viele wie bei DriveNow. Eine Kampfansage.

Vorteile: Klein, wenig, passt in jede Parklücke.

Nachteile: Smart ist nicht jedermanns Liebling…

Preise: Abgerechnet wird ähnlich wie bei DriveNow nach Fahr- bzw. Parkminuten. Pro Minute Fahrt werden 0,29 Euro fällig, parken kostet 0,10 Euro pro Minute. Aber: Strecken, die über 50 Kilometer hinaus gehen, kosten zusätzlich: 0,29 Euro pro Kilometer! Weitere Details zu Car2Go auf www.car2go.com.

Fazit: Ganz ehrlich: Wenn ich die Wahl zwischen einem BMW/MINI oder einem Smart habe, dann fällt mir die Entscheidung nicht schwer: BMW/MINI und damit DriveNow. Zumal die Kosten fast identisch sind. Car2Go nutze ich, wenn der Weg zum nächsten DriveNow-Fahrzeug zu lang ist. Das war’s. Tut mir Leid.

 

CiteeCar: Discount CarSharing-Anbieter in München

CarSharing-Anbieter München: CiteecarKurz nach Car2Go parkte ein weitere CarSharing-Anbieter seine Autos in München: CiteeCar. Ganz klar positioniert als Discount CarSharing-Anbieter mit Preisen, die die Konkurrenz kalt aussehen lassen. Pro Stunde wird nur 1 Euro Mietgebühr fällig zzgl. 0,20 Euro Kilometerpauschale. Wer jetzt Klapperkisten erwartet, der irrt. Die Flotte besteht aus nagelneuen Kia Rios.

Vorteile: Eindeutig der Preis.

Nachteile: Citeecars können leider nicht einfach irgendwo im Stadtgebiet abgestellt werden, sondern müssen zurück in die entsprechende Parkzone gebracht werden – so wie bei Flinkster. Das gibt Minuspunkte in der Flexibilität

Preise: Citeecar-Mitglieder zahlen fünf Euro Monatgebühr – egal, ob sie die Autos nutzen oder nicht. Pro Fahrt zahlt man eine Mietgebühr in Höhe von einem Euro pro Stunde sowie eine Kilometerpauschale in Höhe von 0,20 Euro pro Kilometer. Weitere Infos zu Citeecar auf www.citeecar.com.

Fazit: Für längere Strecken ist citeecar meine Nummer 1. Der Preis ist einfach unschlagbar, die Fahrzeuge fahren sicher und komfortabel und sind gut gepflegt.

 

CarSharing in München – fassen wir also zusammen

  • Für kurze Strecken im Stadtgebiet: DriveNow
  • Für Ausflüge oder längere Fahrten: Citeecar, alternativ Flinkster
  • Für den Umzug oder Großeinkauf: Stattauto

 

(Titelbild: DriveNow)

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